Beiträge von Der Fischer

    Moxie Marlinspike sieht fremde Clients als potentielle Sicherheitslücke für das Gesamtsystem und ist deshalb gegen die App Libresignal vorgegangen. Daraufhin hat der Entwickler von Whisperfish vorsichtshalber sein Projekt eingestellt.


    Es wird wohl für Signal keinen nativen Client für SFOS geben, wenn nicht von Signal selbst. Dazu müsste SFOS einen nennenswerten Anteil am Smart Device Markt erreichen, was ich nicht als realistisch einschätze.


    Das gleiche gilt auch für WhatsApp und Threema. So sehr ich gegen WhatsApp bin, das dürfte eine App sein, von der der Erfolg eines weiteren Systems abhängt. Und deshalb bin ich prinzipiell gegen Walled Garden Apps, also gegen Signal, WhatsApp, Threema und Telegram, und favorisiere offenene, dezentrale Systeme wie Jabber/XMPP.


    XMPP wird zwar von SFOS standardmässig unterstützt, aber ohne Verschlüsselung. Das ist mittlerweile nicht mehr akzeptabel.

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    Es reicht eigentlich, wenn du von rechts nur kurz anwischst.

    Danke für den Tipp! Das kannte ich nicht.


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    Wenn die Datenverbindung mal nicht kommen sollte, dann versucht mal den Flugmodus an und wieder aus zu machen.

    Auch dafür danke, aber das habe ich mittlerweile selbst auch schon bemerkt :D


    Sailfish OS wird nicht als Beta verkauft. Nur das Android-Subsystem soll Beta sein. Es ist auch nicht die 0-er Release, sondern es gab schon ein paar Updates. Da sind solche Fehler schwer nachvollziehbar. Dazu zähle ich auch den total veralterten Web-Browser.

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    Ich bin mir gerade nicht sicher, ob wir das gleiche meinen. Ich habe in meinem Posteo Postfach auch diverse Unterordner und habe damit kein Problem. Welchen Provider nutzt du?

    Ich nutze Posteo und mailbox.org. Mit Unterordnern habe ich grundsätzlich kein Problem, nur Mail-Eingänge, die ich unmittelbat in einen Unterordner einsortieren lasse, werden mir nicht gemeldet. Ich muss jeden einzelnen Unterordner aufrufen, um zu sehen, ob eine Nachricht vorliegt. Bei K-9 Mail unter Android kann man beispielweise einstellen, welche Ordner überwacht und gemeldet werden sollen.

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    Man sollte aber nicht vergessen, dass bei Android und iOS vermutlich mehr Personen an einer Core Apps sitzen als bei Jolla an SFOS.

    Ich will kein SFOS-Bashing betreiben, aber wieviele Leute eingesetzt werden, ist kein Argument. Ich habe immerhin dafür bezahlt und das Maß der Dinge sind Android und iOS! Vielleicht wäre ich sogar bereit, mehr zu bezahlen, aber dann sollten einige Fehler und Mankos nicht in einer Version 3 und Release 3.0.1.14 vorkommen.


    Vom PC bin ich einiges gewohnt. In den 90ern habe ich OS2 genutzt und bin dann auf Linux umgestiegen. Zuerst als Dual-Boot, später mit Windows-Fallback in einer VM und mittlerweile vollständig auf Linux. Auf einem Smartphone brauche ich auch nicht für alles eine eigene App, deshalb ist ein moderner, flotter Web-Browser allerdings für mich essentiell.


    Mir fällt zu dem auf, dass viele Apps seit Jahren nicht aktualisiert wurden. Dann dürfte es schwer werden, wenn die für die Masse zentralen Apps nie kommen werden. Aber auch mit Alternativen sieht es mau aus. Seit Jahren wird nach einem OMEMO-Support für XMPP gefragt, passiert ist nichts, außer dass man sich hiner der Telepathy-Entwicklunf versteckt.


    Ich habe vor, mich länger mit Saiffish OS zu befassen und habe dazu ein eigenes Telefon als Spielgerät. Umso mehr liegt mir daran, dass es vorwärts geht, aber ich habe nicht den Eindruck, dass Jolla auf einem guten Weg ist.


    Meine Erwartung ist nicht, dass SFOS gleichwertig zu Android und iOS sein muss. Von einem ein Sstem im sechsten Jahr hätte allerdings mehr erwartet.

    Anfang Februar habe ich mir Sailfish OS 3.0.1.14 mit der Android-Beta-Unterstützung für mein Sony Xperia XA2 gekauft und möchte jetzt meine Erfahrung der ersten Wochen niederschreiben.


    Mein Desktop-System ist ein Fedora Linux und darauf lief das Installationsscript nicht. Auch der Tipp, den USB-Port auf USB2-Arbeitsweise umzustellen, ließ das Script nicht durchlaufen. Ich habe dann die Befehle aus dem Script extrahiert und manuell durchgeführt. Sailfish OS lief dann.


    Probleme hat jedoch die Android-Unterstützung gemacht. Zunächst lief alles, plötzlich aber nicht mehr und dann waren auch noch die Daten plötzlich weg. Um einen Fehler beim Flashen auszuschließen, habe ich Sailfish OS dann nochmal an meinem Arbeitsrechner unter Windows 7 geflasht. Das Installationsscript lief durch, die Fehler blieben aber die gleichen. Weitere Recherchen ergaben, dass das immer dann passiert, wenn man AlienDalvik beendet. Ein Fehler, der eher an einen Alpha-Status, denn an einen Beta-Status glauben lässt. Wenn dann mal eine App läuft, laggt sie plötzlich bei der Tastatur extrem. Letztlich habe ich die Android-Unterstützung abgeschaltet und hoffe auf ein baldiges Update.


    Sailfish OS gefällt mir grundsätzlich. Zunächst muss man sich auf das System einlassen, insbesondere, wenn man andere Systeme gewohnt ist. Dann erschließt sich die Bedienung aber sehr schnell. Allerdings hat mir die Statusleiste in den Apps gefehlt. Ich bin es mittlerweile gewohnt, zumindest dort die Uhrzeit ablesen zu können. So muss man auf den Homescreen oder den Eventscreen wechseln.


    Gelegenlich gibt es Probleme mit der Internetverbindung. Oft ist nur der Jolla Store betroffen, der Browser funktioniert, es gibt aber auch den Fall, dass gar keine Verbindung vorhanden ist. Am Gerät wurde nichts umgestellt, das passiert auch über Nacht. Offenbar hat Sailfish OS manchmal Probleme mit der Umschaltung von mobilen Daten zu WLAN und zurück. Da nur der Android-Support als Beta gekennzeichnet ist, ist das ein Fehler, den ich nicht erwarten würde.


    Positiv überrascht war ich von nativen der Unterstütung von XMPP. Die Integration in die SMS/MMS-App gefällt mir ebenfalls. Leider fehlt die Unterstützung der Verschlüsselung mittels OMEMO. Mir wäre es lieber, native Apps zu verwenden, als auf Conversations von Android zurückgreifen zu müssen. Zumal dazu AlienDalvik stabil laufen müsste.


    In der Kontakte-App fehlt mir die Möglichkeit, Daten für Instant Messenger zu pflegen.


    Die E-Mail-App erkennt keine Eingänge in Unterordnern und es lässt sich auch nicht einstellen, ob und welche Ordner automatisch überwacht werden sollen.


    Der Web Browser ist vollkommen veraltert. Er verwendet die Gecko-Engine in Version 38. Aktuell ist 65. Diese alte Engine spürt man auch in der Geschwindigkeit. Abgesehen davon, dass ich einen Tracking-Blocker für unverzichtbar halte, den man nicht installieren kann, fehlt mir zudem die Einstellung alternativer Suchmaschinen. Die mitgelieferten (Google, Bing, Yahoo und Yandex) gehören alle zu denen, die ich nicht nutzen möchte.


    Damit sind die vorinstallierten Apps der Version 3, die erst im Januar 2019 erschienen ist, auf dem Stand von 2013. Etwas sehr enttäuschend für ein angeblich neues System.


    WLAN unterstützt kein EAP-SIM. Ich nutze in der Stadt gerne die Hotspots meines Providers. Das geht leider mit Sailfish OS nicht.


    Bei dem Jolla Store habe ich auch festgestellt, dass sie zu großen Teilen lange nicht mehr aktualisert wurden. Das hiterlässt kein gutes Gefühl, zumal zum Beispiel ein ownKeepass auch funktional weit hinter den Desktop-, Android- und iOS-Versionen hinterherhinkt. Ich nutze auch unter Android nur wenige Apps, deshalb ist mir ein guter Browser wichtig. Die wenigen vorhandenen Apps sind aber leider auch nicht auf dem Stand der anderen Systeme.


    Sailfish OS hat offenbar kein Zugriffsmanagement. Das bedeutet, eine App könnte vermutlich auf alle Daten wie Kontakte, Termine, E-Mail, Nachrichten, Anruflisten etc. zugreifen. So tief habe ich mich allerdings noch nicht vorgearbeitet. Ebenso fehlt mir ein Einblick, inwieweit Apps Trackingmodule verwenden. Von Werbeeinblendungen in Apps bin ich zumindest bisher verschohnt worden.


    Der Stromverbrauch ist vergleichsweise hoch. Da ich zwei Xperia XA2 habe, habe ich den direkten Vergleich. Dabei liegt Sailsfish OS bis zu viermal höher als Android. Während ich mit Android locker über einen Kalendertag komme, muss ich das Gerät mit Sailfish OS vor Feierabend laden, wenn ich auf dem Heimweg nicht plötzlich ohne Strom dastehen will.


    Ich werde Sailfish OS auf meinem Telefon weiter beobachten. Als Daily Driver erfüllt es jedoch noch nicht seinen Zweck. Für ein System, das mittlerweile auch in das sechste Jahr geht, bin ich ziemlich enttäuscht. Ich halte es für wichtig, dass Jolla das Basissystem zumindest mit Apps ausstattet, die mit den Android- und iOS-Pendants mithalten. Das ist Voraussetzung, dass Geräte einen nennenswerten marktanteil bekommen können. Die Kundschaft gäbe es mit bestimmt. Wenn der Marktanteil größer wird, kommen wahrscheinlich auch die App-Entwickler.


    Mir ist bewusst, dass ich dies auch Jolla selbstmitteilen sollte. MEin Bericht hier richtet sich an die, die überlegen umsteigen zu wollen. Mein Ratschlag an diejenigen: Für einen Umstieg eignet sich Sailfish OS nur für wenige mit geringen Ansprüchen. Für diejenigen, die ein Gerät zum testen haben, sind die aktuell 30 Euro kein großer Betrag und die können Sailfish OS ausprobieren.