Jolla & Gated Communities

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Ein Blick aufSailfishOS auf dem Heimweg vom 32C3.

Ein Blick aufSailfishOS auf dem Heimweg vom 32C3. Das diesjährige Thema des 32. Chaos Communication Congress (32C3) waren die Gated-Communities, dies steht für geschlossene Systeme, welche Menschen außerhalb dieser Communities den Zugang zu diesen verwehren, bzw. das Nutzen von Diensten/ Angeboten/ Technologien ist exklusiv für Community Mitglieder. Als Beispiele taugen im Netz- und Technik Bereich besonders große Namen wie Apple, Google, Facebook oder auch Microsoft, i.d.R. also Anbieter von proporitären Soft-/ Hard-Lösungen. Natürlich lässt sich auch gesellschaftlich das Phänomen von geschlossenen Gemeinschaften beobachten, ein relativ aktuelles Beispiel hierfür wäre z.B. die Wiedereinführung von Grenzen innerhalb der Europäischen-Union. Auch wenn sich gesellschaftliches und technisches Phänomen in vielem Unterscheiden,so ist doch die Grundlage die selbe, nämlich der Mehrzahl, bzw.einer großen Zahl von Menschen den Zugang zu etwas zu verweigern undihn nur für eine (oft priviligierte) Gruppe zu ermöglichen. Auf dem 32C3 gab esmehrere Vorträge welche sich direkt oder indirekt mit dem Thema auseinandergesetzt haben (alle Vorträge zum Nachhören gibt es auf: https://media.ccc.de/c/32c3 ). Besonders deutlich stach dabei der Beitrag von Katharina Nocun für mich heraus da er sehr klar auf Facebook als Beispiel fürGated Community eingeht. Die Vorteile von offenen Gemeinschaften sind relativ leicht ersichtlich, die Frage obein offener Zugang für alle gegenüber einem eingeschränkten Zugang besser ist, wird vermutlich beinahe jede/r klar zugunsten von offenen Lösungen beantworten können. Natürlich besonders dann wenn die Chance besteht selbst an einer geschlossenen Gemeinschaft nichtpartizipieren zu können. Bei so viel Einleitung und Metathema möchte ich aber auch zum Zentralen Thema kommen. Viele gut informierte Nutzerinnen und Nutzer bevorzugen schon heute offene Software gegenüber geschlossener, z.B. Sailfish-OS statt IOS oder Windows (die Frage bei Android ist etwas komplexer, darum spare ich das an dieser Stelle mal aus). So bieten offene Lösungen nicht nur signifikant weniger Bloatware (also z.B.Vorinstallierte und meistens vom Nutzenden nicht ohne weiteresentfernende Apps; Chaosradio zu Antifeatures: https://chaosradio.ccc.de/cr202.html ) und Zugriff auf die volle Kontrolle über das System. Sondern siebieten auch Konektivität zu anderen offenen Systemen. Sie sindim Idealfall also Open-Communities. Eine stärke von offenen Gemeinschaften ist, dass sie, im Gegensatz zu einer Gated-Community,nicht darauf angewiesen sind eine Lösung für alle Fragen/ Anforderungen anzubieten, da eine Vernetzung (z.B. über eine Schnittstelle) zu einer anderen offenen Gemeinschaft die gestellte Anforderung im Idealfall sehr einfach lösen kann. Wenn ich darüber Nachdenke, war ein Gedanke beim Erwerb (m)eines Jollas auch, sich nicht mehr die Fesseln eines großen Anbieters anzulegen, sondern freier und unabhängiger zu sein. Natürlich muss auch Sailfish-OS noch beweisen, dass es eine OpenCommunity ist, so ist es z.B. bishernur in Teilen OpenSource (d.h. der Quellcode des Betriebssystems wurde nur in Teilen offen gelegt) und die geringe Verbreitung vonSailfishOS zwingt die Entwickelnden fast zu einer Unterstützung vonvielen Schnittstellen. Doch falls sich SailfishOS weiter verbreiten sollte, was mit dem Fokus von Jolla auf Partnerfirmen in sogenannten Schwellenländern nicht völlig auszuschließen ist, werden wir ein Augenmerk auf Bewegungen hin zu einem schließen der Gemeinschaftachten müssen und falls dies passiert mit entsprechendem Protest antworten. Doch ich bin optimistisch, dass wir auf eine positive Entwicklung zusteuern und fordere Jolla auf ihr Ökosystem noch weiter zu öffnen, als dies bisher der Fall ist. In diesem Sinne: Open the gates! (and happy new year ). /krutor


Open the gates!



(and happy new year ;) ).

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